Cities as Platforms for Play
Invisible Playground macht die Stadt zur Spiele-Plattform. Wir erforschen soziale Abläufe, neue und veraltete technische Infrastrukturen, Architekturen und Unorte, indem wir darauf Erlebnissysteme installieren, die an der Schnittstelle von ortsspezifischem Theater und transmedialem Gameplay entwickelt werden. So schaffen wir neue Zugänge zu den unsichtbaren Spielplätzen der Stadt, die jeden Tag unbemerkt überquert werden. Sie sind unsichtbar, weil das Geschehen auf ihnen als Alltag getarnt ist und von denen, die nicht mitspielen, leicht übersehen wird. Sie sind unsichtbar, weil das Geschehen auf ihnen verteilt und von keinem Punkt aus als Ganzes zu beobachten ist. Und sie sind unsichtbar, weil sie keine Zuschauer kennen, sondern ausschließlich Spieler. Als Gespenster, Piraten, Agenten und Aliens können wir lernen, auf ihnen wahrzunehmen und zu handeln – und so unsere eigene Wirklichkeit auf neue Art und Weise zu erschließen.
Aus künstlerischer Perspektive entwickelt Invisible Playground Verfahren, die auf dem Alltag der Teilnehmer aufsetzen und von dort aus ästhetische Erfahrungsmodi des eigenen Lebens und der mit anderen geteilten Umgebung aufschließen. Wir nehmen die Herausforderung an, gemeinsam mit Spielern in einem iterativen Prozess Handlungsmöglichkeiten zu entwerfen und der Wirklichkeit auszusetzen. Dabei wird neben der Kunst der Spielregel, der Anweisungen und Missionen ein künstlerischer Umgang mit analogen und digitalen Medien entwickelt, der diese als situierte Hilfsmittel einsetzt, die Verbindungen zwischen Menschen, Dingen und Orten herstellen können.
Aus politischer Perspektive erprobt Invisible Playground bisher nicht wahrgenommene Möglichkeiten der Teilhabe am gemeinsamen urbanen Lebensraum. Im Prozess kreativer Aneignung werden dabei neue Aufmerksamkeiten für das geschärft, was sich den spielerischen Umnutzungen widersetzt oder sie ermöglicht und trägt. So kommt es zu einer Rekonfiguration des Eigenen und Fremden in der Stadt. Nicht nur zwischen Teilnehmern und Stadtraum, sondern auch unter den Teilnehmern und gegenüber der Spielleitung kommt es zu einer Schärfung von Aufmerksamkeit: für Machtgefälle und den damit verbundenen Möglichkeiten unerwarteter Konkurrenzen, Allianzen und Gemeinschaften.


